Gefälschte EnBW-Plakate in Karlsruhe aufgetaucht

Streit um klimaschädliches Fracking-Gas geht in neue Runde

Karlsruhe, 12.06.2026, 8 Uhr – Am frühen Freitagmorgen sind an mehreren Stellen in der Karlsruher Stadt Plakate in offiziellen Werbevitrinen aufgetaucht. Scheinbar wirbt die EnBW für ihre neuen Gas-Verträge. Auf den zweiten Blick jedoch stellt sich heraus: Die Plakate stammen vom Widerstands-Kollektiv und nehmen mit dem Spruch "Zukunft. Nachhaltig. Verheizen" die Importe von klimaschädlichem Fracking-Gas in die Kritik.

Die gefälschten Plakate verstehen sich zudem als Ankündigung einer Veranstaltung im Rahmen der internationalen Kampagne „Breath of the Future – Wege aus der fossilen Ära" von Greenfaith, bei der zwei unmittelbar vom LNG-Ausbau Betroffene aus Louisiana, USA sprechen werden. Die Veranstaltung findet am Montag, 15. Juni um 19:00 Uhr im Gemeindesaal der Lukaskirche (Hagenstraße 7, 76185 KA) statt.

James Hiatt, ehemaliger Öl- und Gasarbeiter in dritter Generation aus Lake Charles in Louisiana (USA), der die Organisation 'For a Better Bayou' gegründet hat, bringt es auf den Punkt: „In der Debatte um die Energiewende muss ehrlich benannt werden, dass durch Fracking nicht nur dem Boden die Rohstoffe entzogen werden, sondern durch die Folgen der Flüssiggas-Exporte auch den Gemeinschaften ihre Gesundheit, Kultur und Lebensgrundlagen entzogen werden."

Diese Aktion reiht sich ein in einen mehrjährigen Streit um die umstrittenen Lieferverträge für das klimaschädliche Fracking-Gas, die von der EnBW 2024 abgeschlossen wurden. Zuletzt tauchten gefälschte Schreiben in Durlach auf, in denen Gasbohrungen auf dem Turmberg angekündigt wurden, und Aktive des Widerstands-Kollektivs forderten während der Aktionärsversammlung der EnBW mit einem großen Banner "Menschenrechte nicht nur auf dem Papier!".