Plakat-Skandal: Guerilla gegen Gas
Gefälschte EnBW-Plakate in der ganzen Karlsruher Stadt aufgetaucht
Sonntag, 27.09.2026, 15 Uhr, Karlsruhe - Am frühen Sonntagmorgen sind an zahlreichen Stellen in der Karlsruher Innenstadt Plakate in offiziellen Werbevitrinen aufgetaucht. Scheinbar wirbt die EnBW für ihre neuen Gas-Verträge. Auf den zweiten Blick jedoch stellt sich heraus: Die Plakate stammen vom Widerstands-Kollektiv und nehmen mit dem Spruch "Zukunft. Nachhaltig. Verheizen" die Importe von klimaschädlichem Fracking-Gas in die Kritik. Die Plakate sind an Haltestellen, unter anderem Entenfang, Mathystraße, Händelstraße, Weinbrennerplatz, ZKM und vielen mehr aufgetaucht.
Die Aktion ist Teil eines Aktionswochenendes des Widerstands-Kollektivs gegen das geplante Gaskraftwerk der EnBW im Karlsruher Rheinhafen. Im Rahmen dessen wurden unter anderem über tausend Briefe verteilt. In den Briefen informiert die EnBW über geplante Gas-Bohrungen in Form des umweltschädlichen Frackings, die dem Schreiben zufolge in Karlsruhe stattfinden sollen.
James Hiatt, ehemaliger Öl- und Gasarbeiter in dritter Generation aus Lake Charles in Louisiana (USA), der die Organisation 'For a Better Bayou' gegründet hat, bringt es auf den Punkt: „In der Debatte um die Energiewende muss ehrlich benannt werden, dass durch Fracking nicht nur dem Boden die Rohstoffe entzogen werden, sondern durch die Folgen der Flüssiggas-Exporte auch den Gemeinschaften ihre Gesundheit, Kultur und Lebensgrundlagen entzogen werden." Diese Aktion reiht sich ein in einen mehrjährigen Streit um die umstrittenen Lieferverträge für das klimaschädliche Fracking-Gas, die von der EnBW 2024 abgeschlossen wurden. Zuletzt klebten sich Protestierende in die Zufahrtswege der EnBW-Headquarters in Karlsruhe und unterbrachen damit den Betrieb des Unternehmens.