Dreckiges Fracking-Gas aus Karlsruhe?!
Satirische Aktion: Brisante Fake-Briefe verteilt und Baustellen errichtet
Karlsruhe, den 26.09.2026, 16 Uhr – Aktive des Widerstands-Kollektivs haben am Samstag Nachmittag über tausend Fake-Briefe im Namen der EnBW verteilt und eigenständig Baustellen zur Gasbohrung im Stadtgebiet errichtet.
Am Sonntag Morgen sehen viele Karlsruher*innen verwundert in ihren Briefkasten: In einem offiziell aussehenden Schreiben informiert die EnBW über geplante Gas-Bohrungen in Form des umweltschädlichen Frackings, die dem Schreiben zufolge in Karlsruhe stattfinden sollen. Besonders brisant: Anwohnende sollen das Leitungswasser nicht trinken, da dieses aufgrund der entweichenden Gase möglicherweise verunreinigt werde. Darüber hinaus sind zahlreiche Baustellen im ganzen Stadtgebiet aufgetaucht, an denen Warnschilder über bevorstehende Probebohrungen durch die EnBW informieren und vor Gasaustrtt warnen. Es handelt sich um eine satirische Aktion des Widerstands-Kollektivs, das damit auf die gravierenden Umweltzerstörungen durch Fracking aufmerksam macht.
“Wir können alle Karlsruher*innen beruhigen: In Deutschland ist die zerstörerische Gas-Extraktion durch Fracking verboten. Das hält die EnBW aber nicht davon ab, dreckiges Fracking-Gas aus den USA zu importieren.” erklärt Julius Hamich, Mitglied des Widerstands-Kollektivs, die Aktion. Tatsächlich seien alle in den Briefen beschriebenen Folgen reale Folgen durch Fracking, wie sie in den USA dank Unternehmen wie der EnBW bereits seit Jahren Realität sind. [1]
James Hiatt, ehemaliger Öl- und Gasarbeiter in dritter Generation aus Lake Charles in Louisiana (USA), der die Organisation 'For a Better Bayou' gegründet hat, beschreibt die Situation vor Ort: „In der Debatte um die Energiewende muss ehrlich benannt werden, dass durch Fracking nicht nur dem Boden die Rohstoffe entzogen werden, sondern durch die Folgen der Flüssiggas-Exporte auch den Gemeinschaften ihre Gesundheit, Kultur und Lebensgrundlagen entzogen werden."
Diese Aktion reiht sich ein in eine mehrjährige Auseinandersetzung um die umstrittenen Lieferverträge für das klimaschädliche Fracking-Gas, die von der EnBW 2024 abgeschlossen wurden. Zuletzt klebte sich ein Protestierender des Widerstands-Kollektivs während einer Gemeinderatssitzung am Tisch fest und Aktive des Widerstands-Kollektivs verteilten braunes Wasser in Form eines ironischen “Water-Tastings” auf dem Marktplatz. Die Forderung des Widerstands-Kollektivs an die EnBW lautet: “Menschenrechte – nicht nur auf dem Papier!” [2, 3, 4].
- [1] https://taz.de/LNG-Boom-in-den-USA/!5975624/
- [2] https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/aktivisten-stuermen-karlsruher-rathaus-und-sorgen-fuer-eklat
- [3] https://www.ka-news.de/karlsruhe/stadtgespraech/protest-mit-trinkwasser-bringt-fracking-kritik-auf-karlsruher-marktplatz-1-115257779
- [4] https://enbw.wik.st/hintergruende/