Festgeklebt in EnBW-Zentrale: Fracking-Folgen in Karlsruhe sichtbar gemacht
Kreativ-Aktion mit Giftfässern, grün gefärbtem Wasser und toten Fischen
Karlsruhe, Freitag den 25.09.2026, 7 Uhr – Aktive des Widerstands-Kollektiv haben sich in der Zufahrt des EnBW-Headquarters in Karlsruhe mit Sekundenkleber festgeklebt. Mit dabei haben sie grüne Fässer mit Gefahrensymbolen, aus denen scheinbar giftiger, grün gefärbter Schaum quillt. Gleichzeitig kletternten zwei Menschen auf ein Vordach und entrollten ein Banner, und vor dem Haupteingang errichtet das Widerstands-Kollektiv einen Gasbohrturm.
„Wir bringen der EnBW die hausgemachte Zerstörung zurück. Denn der Totalschaden für Mensch und Tier, den wir heute darstellen ist in Louisiana in den USA längst trauriger Alltag. Nur dass es sich dort bei Fässern und Bohrtürmen eben nicht um Attrappen handelt.“ erklärt Julius Hamich, der selber an der Aktion beteiligt ist.
Tatsächlich bringen auch aktuelle Studien die umstrittene Gasförder-Technik „Fracking“ mit erheblichen Risiken für Mensch, Natur und Umwelt in Zusammenhang: In unmittelbarer Nähe der Anlagen werden Menschen häufiger krank, bekommen Asthma, Krebs und Herzkrankheiten. Brutstätten für Vögel gehen verloren und Fische sterben. [1] Die EnBW gehört zu den größten Abnehmern für das umweltschädliche Fracking-Gas in der Region. Im Juni waren deswegen Betroffene aus den Fracking-Gebieten in Louisiana vor der EnBW-Zentrale in Karlsruhe. Sie forderten die EnBW in einem offenen Brief auf, Verantwortung für die Zerstörung entlang ihrer Lieferkette zu übernehmen. [2,3]
“EnBW wird jährlich 2 Millionen Tonnen Flüssiggas (LNG) aus den Anlagen Plaquemines und CP2 unter zwanzigjährigen Abnahmeverträgen beziehen. Sie haben diese Vereinbarungen als fundamentale Sicherheit für die Entwickler bei der Finanzierung des Anlagenbaus bezeichnet. Ohne Verpflichtungen wie die Ihrigen würden die Terminals nicht gebaut. Mit ihnen werden die Baggerarbeiten, die Emissionen und die Verdrängung zu einem zwanzigjährigen Faktum in unserem Leben.” ~ aus dem offenen Brief
Da die EnBW sich damals weigerte, den Brief entgegenzunehmen, konfrontiert das Widerstandskollektiv sie jetzt mit den Folgen der Gaspolitik der EnBW: „Die EnBW zerstört für ihre Profite Natur und Menschenleben in Louisiana und besitzt die Respektlosigkeit, die Betroffenen nicht mal anzuhören. Darum bringen wir ihnen jetzt einen Eindruck von den katastrophalen Zuständen, die sie in Louisiana hinterlassen, direkt in die Firmenzentrale.“ sagt Lisa Ebert, während xie*er vor der Tiefgarage klebt.