Gasbohrung auf dem Karlsruher Marktplatz
Protest gegen gegen geplantes Gaskraftwerk
Karlsruhe, 26.04.2025, 7 Uhr - Am Montag morgen ereignet sich vor dem Karlsruher Rathaus ein beachtliches Schauspiel. Mehrere Personen geben sich als Mitarbeitende der EnBW aus und bohren vor dem Karlsruher Rathaus nach Erdgas. Damit wollen sie auf die umstrittenen Pläne des Konzerns aufmerksam machen, ein neues Gaskraftwerk direkt in Karlsruhe zu bauen. Mit Bohrturm, Banner und Gasmasken rückt die Karlsruher Gruppe des Widerstands-Kollektivs am Morgen an, denn es eilt. Schon am Dienstag soll der Karlsruher Gemeinderat entscheiden ob die EnBW das umstrittene fossile Kraftwerk bauen darf, oder nicht.
"Karlsruhe wird zur Gas-Stadt, passend zum neuen Kraftwerk erschließen wir jetzt auch ein neues Gasfeld unter dem Marktplatz. Mit etwas Glück können wir hier Jahrzente lang Erdgas fördern. Heute fangen wir an mit der ersten Bohrung" Sagt Julius Hamich, mit einem EnBW-Helm und Klemmbrett in der Hand.
Mit der ironischen Erschließung neuer Gasfelder auf dem Karlsruher Marktplatz greift das Widerstands-Kollektiv die rückwärtsgewandten Pläne der EnBW an. Wie Laura Baasler, eine Sprecherin der Gruppe erklärt, handele es sich bei Gas um einen der zerstörerischsten Energieträger: "Die Verbrennung von Gas verbrennt zugleich auch unsere Lebensgrundlage. Sollte ernsthaft ein neues Gaskraftwerk in Karlsruhe gebaut werden, wird die schlechte CO2-Bilanz und damit auch ein höherer CO2-Preis den Bürger*innen von Karlsruhe in die Schuhe geschoben."
Studien zeigen, dass der durch Gas verursachte Schaden für das Klima vergleichbar hoch ist wie der von Kohle [1]. Während der Kohleausstieg längst beschlossen ist, halten die Energiekonzerne am klimaschädlichen Gas fest. In Karlsruhe werden die Pläne der EnBW äußerst kritisch gesehen. Das Klimabündnis Karlsruhe weist beispielsweise darauf hin, dass das Kraftwerk mit extrem klimaschädlichen Frackinggas betrieben werden soll [2].