Details zu Louisiana
Der US-amerikanische LNG-Boom
Am amerikanischen Golf wurden seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine riesige LNG-Terminals errichtet, um in den kommenden 50 Jahren – bis 2075 – die Verschiffung von Fracking-Gas in alle Welt voranzutreiben. Die Gasindustrie hat die energiepolitische Notlage Europas nach dem Angriffskrieg Russlands genutzt, um Europa in die Abhängigkeit von LNG-Lieferungen zu treiben. Es kam zu milliardenschweren Investitionen in LNG-Infrastruktur in den USA und Deutschland. So investierte alleine die LBBW insgesamt fast 1.3 Milliarden US Dollar in amerikanische LNG-Export-Terminals, darunter in den Jahren 2022 und 2023 über 800 Millionen US Dollar in eines der weltweit größten Terminals zum Herunterkühlen von Erdgas zu so genanntem Liquified Natural Gas (LNG oder verflüssigtes Erdgas), die Plaquemines Facility in Louisiana [1]. Während die USA vor wenigen Jahren noch kaum LNG-Gas exportiert haben, sind sie nun aufgrund der hohen europäischen Investitionen weltweit zu der Nation mit den höchsten LNG-Exporten aufgestiegen [2].
Die LNG-Terminals in Louisiana
Vor dem Bau der Terminals:


Während / nach dem Bau der Terminals:


Die Rolle der EnBW
Die EnBW schloss im Jahr 2022 mit Venture Global LNG ein sogenanntes Sales and Purchase Agreement (SPA) ab, das EnBW dazu verpflichtet, von 2026 bis 2046 jährlich 2,7 Milliarden Kubikmeter LNG nach Deutschland zu importieren. Diese Verträge konterkarieren die eigene Bestrebung, klimaneutral werden zu wollen, und werfen schwere Fragen auf an ein Unternehmen, das öffentlich noch an dem Pariser Klimaschutzabkommen festhält. [3]
Die Rolle der LBBW
Vor fünf Jahren unterzeichnete die LBBW als erste Deutsche Universalbank freiwillig die sechs Principles for Responsible Banking der United Nations. Damit versprach die LBBW, ihre Strategie an den “Sustainable Development Goals” der UN sowie dem Pariser Klimaabkommen auszurichten. Tatsächlich verpflichtet sich die LBBW in ihren Nachhaltigkeits-Regelungen, keine Energieversorger zu finanzieren, die jährlich mehr als 70 Millionen Tonnen Kohle abbauen oder eine Kohlekraftwerks Kapazität von über 15 GW aufweisen.
Der Investigate in Climate Chaos Report (investinginclimatechaos.org) deckt auf, dass die LBBW aktuell Assets im Wert von 359 Millionen US Dollar in Unternehmen der fossilen Öl-, Gas- und Kohleindustrie hält [4]. Ein großes Problem ist, dass die LBBW Projektfinanzierungen, wie die Finanzierung der Plaquemines Facility in Louisiana, unreguliert tätigen kann und nicht offenlegen muss. Die hohen Kredite und Anleihen, die LBBW den Terminal-Betreibern gewährt hat, stärken die amerikanische Fracking-Industrie und sind mitverantwortlich für die Vergiftung von Mensch und Natur rund um die Fracking-Sites sowie um die LNG-Anlagen.
Quellen
- [1] https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/neuer-bericht-von-deutsche-umwelthilfe-und-urgewald-deutsche-banken-und-unternehmen-finanzieren-mas-1/
- [2] https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=53159
- [3] https://www.enbw.com/unternehmen/presse/enbw-climate-transition-plan.html
- [4] https://investinginclimatechaos.org/data?org=Landesbank+Baden-W%C3%BCrttemberg+%28LBBW%29